Newsletter XR Deutschland - 02/2020

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Newsletter XR Deutschland

Februar 2020

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Liebe:r Rebell:in,

dieses Jahr ist in Deutschland der Winter geschmolzen. Wir haben im vergangenen Monat den durchschnittlich wärmsten Januar seit dem Beginn von 150 Jahren Land- und Meeresoberflächen-Temperaturaufzeichnungen erlebt. Viele Skigebiete stellen jetzt schon den Betrieb ein - denn der Schnee bleibt aus. Die Antarktis, die rund 90 Prozent des gesamten Eis der Erde enthält, misst Rekordtemperaturen von 20,75 °C und Wissenschaftler:innen warnen vor einem unumkehrbaren Massenschmelzen.

Es wird befürchtet, dass der Anstieg von Meerestemperaturen zu
weiteren Massen-Korallenbleichungen vom Great Barrier Reef führen wird. Wir erleben gleichzeitig den weltweiten Kollaps von Insektenpopulationen - Missverhältnisse von Ökosystemen haben verheerende Auswirkungen - die Heuschreckenplage in Ostafrika beeinflusst unmittelbar die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen, die durch die Dürren und Fluten der Vorjahre ohnehin von Nahrungsknappheit betroffen sind.

Während die EU sich für die Förderung von
55 neuen Gasinfrastrukturprojekten entschied, finden fortwährende Land- und Menschenrechtskämpfe der Wet'suwet'en in Kanada statt. Der geplante Ausbau von Gasleitungen durch das Gebiet der Wet'suwet'en trifft auf eine entschlossene Resistenz gegen die weitere Degradierung ihrer Würde, ihres Landes und des Klimas. Zu diesem intersektionalen Kampf schlossen sich zahlreiche First Nations und Klimagerechtigkeitsgruppen solidarisch an - gemeinsam kämpfen wir gegen Ungleichheiten!


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Blockade im Schneesturm, 5 Februar, Ottawa. Credits: Jamie Pashagumskum/APTN

Wie kann ich mich beteiligen?

die Rebellion in 2020 


Die nächsten großen Projekte stehen an, und wir zählen auf deine Mitarbeit. Du kannst planen, zuhören, kochen, basteln? Du hast Räume, Zelte oder Holz? Du machst Musik und bringst Menschen zum lachen? Du bist ein Organisationstalent, ein:e Politiker:in, ein:e Künstler:in? Du hast Lust, deine Sorgen in Aktion zu wandeln? Melde dich bei uns und mach mit! Ab dem 4. Mai rebellieren wir weiter in Berlin.


Jede bundesweite AG freut sich über weitere Unterstützung! Eine Übersicht zu Aufgabenbereichen und Ansprechparter:innen der AGs findet ihr in unserem XR-Wiki.


Hier geht’s los: https://extinctionrebellion.de/mitmachen/

Oder melde dich bei starthilfe@extinctionrebellion.de

Infos zur Mitarbeit in den Bündnissen

Es geht wieder los!


Nach dem erfolgreichen und vielversprechenden Rebellionwave Findungsprozess steht nun die konkrete Planung und Ausgestaltung der nächsten Rebellionswelle vor der Tür. Um frühzeitig Strukturen und Netzwerke zu schaffen, Ideen zu sammeln, Menschen, Ortsgruppen und (Aktions-) Bündnisse schnellstmöglich einzubeziehen und somit in die konkrete ganzheitliche Planung zu gehen, wird Ende des Monats eine Aktionskonferenz in Berlin stattfinden. Aktionsbündnisse sind Zusammenschlüsse aus mehreren Aktions AGs verschiedener Ortsgruppen. Bei der RW2019 waren die Aktionsbündnisse das zentrale Element in der Planung und Ausführung der großen vorab geplanten Aktionen.


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Die Bündnisbildungsprozesse laufen auf Hochtouren und wir freuen uns, wenn möglichst Viele von euch dabei sind. Falls ihr - als Ortsgruppe oder Individuum - Lust habt, euch in der Planung der Rebellion Wave zu engagieren und Teil eines Aktionsbündnisses zu werden, haben wir 4 Tipps für euch:

  • Meldet euch bei der euch nächstgelegenen Ortsgruppe und informiert euch, ob diese schon Teil eines Bündnisses ist, wenn nicht unterstützt dabei diesen Prozess innerhalb der Ortsgruppe anzustoßen.
  • Informiert euch auf Mattermost im Aktionssupport Info Channel über die verschiedenen bestehenden Bündnisse.
  • Informiert euch über Bündnis AGs und die bestehenden Bedürfnisse - was gerade dringend gebraucht wird und wie ihr euch einbringen könnt.
  • Informiert euch über aktuelle Treffen, Telkos und Planungsprozesse.

Bürger:innenversammlungen in Europa

In Großbritannien traf sich die einberufene UK Climate Assembly bereits zum zweiten Mal, um darüber zu beraten, wie Großbritannien bis 2050 klimaneutral werden kann. Die Delegierten sind bisher zuversichtlich, dass die von ihnen erarbeiteten Vorschläge den Weg in die Gesetzgebung finden werden. Ob die konservative Regierung unter Boris Johnson diese jedoch implementiert, bleibt offen.

Anders ist die Situation in Frankreich - Emmanuel Macron sicherte den 150 Mitgliedern der Convention Citoyenne pour le Climat schon beim Start im April zu, ihre Vorschläge ohne Filter umsetzen zu wollen - eine Bürger:innenversammlung mit scheinbar tatsächlicher politischer Macht! Doch auch hier steckt der Teufel im Detail, denn ob die erarbeiteten Maßnahmen direkt umgesetzt werden können oder doch per parlamentarischen Abstimmung oder Volksentscheid ratifiziert werden müssen, wird noch diskutiert.

In beiden Fällen wird deutlich, dass es weiterhin den Druck von der Straße benötigt, damit die Politik die Entscheidungen der Bürger:innen tatsächlich umsetzt.


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Vergangene Aktionen

Stop Adani Siemens!

In München haben sich Rebell:innen mit Betroffenen aus Australien zusammengetan, um die Aktionärskonferenz von Siemens zu stören, denn Siemens hält weiter am gefährlichen Adani Kohleprojekt in Australien fest. Einmal fertiggestellt, wird die Miene jährlich so viele Kohle ausbaggern, wie umgerechnet fast 15 % der australischen Emissionen.


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5. Februar München, Glue On bei der Aktionärsversammlung


EU Green Deal or Gas Deal?

Obwohl vom EU Parlament der Klimanotstand ausgerufen wurde und die Kommission einen Green New Deal versprach, beschloss das Europaparlament am 13. Februar eine Liste mit Projekten im “gemeinsamen Interesse” (PCI- Liste), auf der über 55 schmutzige Erdgasprojekte aufgeführt sind, welche mit insgesamt 29 Milliarden Euro unterstützt werden sollen. Die Auswirkungen dieser Projekte auf Klima und Umwelt wurden nicht untersucht.

Weitere geplante Erdgas Import-Terminals befinden sich in Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Stade Norddeutschlands. In Kiel beschloss der Landtag (mit den Grünen), 50 Millionen Euro in den Brunsbüttel Terminal zu investieren.

Während der Brüssel Rebellion im Juni werden wir auch der Europäischen Union zeigen, dass wir derartige Entscheidungen keinesfalls mehr tolerieren werden!


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Protest am Info-Büro des Europäisches Parlaments / Vertretung der EU Kommission in Berlin


Liebe statt Kohle

Rund 200 Aktivist:innen des nordreinwestfälischen Rebell:innen-Bündnis blockieren am Valentinstag die Straße vor dem Uniper-Gebäude in Düsseldorf und schütteten dort eine Tonne Steinkohle vor die Zufahrt des Konzerns.


"Wir fordern Uniper dazu auf, die lebensfeindlichen Geschäftspraktiken, die mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung einhergehen, zu stoppen. Mit dieser Aktion handeln wir im Namen der Liebe und fordern den Konzern auf, die Kohleverstromung zu beenden."

Die Steinkohle für Datteln IV stammt u.a. aus Russland, Südafrika und Kolumbien. Gerade die Kohle aus den Kohlengebieten in Kolumbien wird durch Vertreibung und Ermordung der ansässigen Bevölkerung erschlossen. Auch in Russland und Südafrika kann die Kohle nur durch den lebensgefährlichen Einsatz der Arbeiter:innen gewonnen werden.


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Rebellische und hoffnungsvolle Grüße


Extinction Rebellion Deutschland